Medienschaffende mit Behinderung sind für jede Redaktion eine Bereicherung, da sie andere Perspektiven in den Redak­tionsalltag bringen. Dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und den SOZIALHELDEN mit ihrem Projekt Leidmedien.de ist es ein Anliegen, behinderten Menschen den Zugang zum Journalismus zu erleichtern und seitens der Personalent­scheider*innen Vorurteile abzubauen. Diversität ist ein wich­tiger Bestandteil einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft.

Dazu gehört, dass Menschen mit Behinderung als Journalist*innen eine Stimme haben.Zum Begriff Behinderung: Betroffene Menschen sind in der Regel der Meinung, dass man die Behinderung getrost beim Namen nennen kann. Es braucht keine Euphemismen, wie die aus dem Englischen stammende Beschreibung „besondere Bedürfnisse“.

Wichtig ist das Bewusstsein für das medizini­sche und das soziale Modell von Behinderung. Das medizini­sche Modell legt den Fokus auf die Diagnose und die Thera­pie, die die jeweilige Person betrifft, und reduziert sie somit auf die Behinderung. Das soziale Modell spricht vom „behin­dert werden“ und rückt die Barrieren in den Mittelpunkt, die behinderte Menschen im Alltag erleben, wie beispielsweise fehlende Aufzüge.

Wir haben uns für die Begriffe „Menschen mit Behinderung“ bzw. „behinderte Menschen“ entschlossen, um den Menschen in den Fokus zu nehmen und den Fakt, dass er von der Gesellschaft behindert wird.Schwerpunkt der Broschüre ist der Einstieg in den Job. „Ich habe eine Behinderung und möchte gerne Journalist*in wer­den. Wie kann ich einsteigen und wo habe ich Chancen, einen Job in dem Bereich zu finden?“ Diese und ähnliche Fragen werden immer wieder an den DJV herangetragen.

Wertvol­le Tipps zu geben, gestaltete sich bisher schwer, da es kaum Infos zu dem Thema gab. Das wollen die Macherinnen nun mit dieser Broschüre ändern. Der DJV und Leidmedien.de haben vielerlei Infos zu der Frage zusammengetragen, auf welchen Wegen es Journalist*innen mit Behinderung in den Beruf geschafft haben. Wir wollen Nachwuchstalente ermutigen, ihrem Berufs­wunsch zu folgen. Zudem wollen wir Medienhäusern und Ausbildungseinrichtungen motivieren, ihre Ängste und Be­denken hinsichtlich der Arbeitsleistung und erhöhter Kosten abzubauen und sich zu öffnen. Je mehr Journalist*innen mit Behinderung in den Medien arbeiten, desto stärker werden sie in der Öffentlichkeit als Mitglieder der Redaktion wahrge­nommen. Wir danken allen Journalist*innen, die hier bereitwillig ihre Erfahrungen und Erlebnisse teilen, um die bestehenden Ver­hältnisse zu verändern. Unser Dank geht auch an alle Medien­häuser und Ausbildungseinrichtungen, die für unser Anliegen ein offenes Ohr hatten und mit ihrem Wissen zum Entstehen dieser Broschüre beigetragen haben.Eine anregende Lektüre wünschen

 Eva Werner, Judyta Smykowski und Lilian Masuhr

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